By Stanley Milgram

Das Milgram-Experiment gilt als eine der berühmtesten sozialpsychologischen Untersuchungen. Es zeigt uns deutlich, wie schonungslos grausam die meisten Menschen sein können, wenn sie sich in einem strikten Schema von Befehl und Gehorsam befinden. Eindrücklich schildert uns Stanley Milgram, wie Durchschnittskandidate ihnen unbekannte Menschen quälen und foltern. Wer an das Gute im Menschen glaubt und auf humanitäre gesellschaftliche Fortschritte hofft, wird schockiert sein, wissenschaftlich untermauert zu bekommen, worüber wir uns zum Beispiel bei Nachrichten aus modernen Kriegen doch immer wieder wundern: Menschen sind bereit, sich diametral entgegen ihren eigenen Wertvorstellungen zu verhalten, wenn dieses belohnt beziehungsweise klar autoritär gefordert wird.

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Bei der Versuchsanordnung mit ihm - der Raumnähe-Variation rückte er seinen Stuhl zurecht, um den Schüler anzusehen, während er ihm die Schocks versetzte. Die Wortpaare verlas er mit übertrieben präziser Aussprache; er wirkte knapp und offiziell, wenn er «richtig» sagte. Wann immer der Schüler einen Fehler machte, schien er ihn für das Versagen geradezu zu züchtigen. Jedesmal bei Versetzung eines Schocks zogen sich seine Lippen zurück, und er bleckte die Zähne. Alle seine Handlungen waren von äußerster Genauigkeit gekennzeichnet.

Nach 330 Volt hörte man nichts mehr von ihm, auf der vierteiligen Signalbox erschienen keine Antworten mehr. 40 Bewertungsmaßstäbe Hauptbewertungsmaßstab für jede Versuchsperson war der Höchstschock, den sie zufügte, ehe sie sich weigerte weiterzumachen. Im Prinzip konnte die Bewertung von 0 (bei einer Versuchsperson, die sich weigerte, den ersten Schock zuzufügen) bis zu 30 (bei einer, die die höchstmögliche Schockstufe auf dem Generator anwendete) reichen. Interview und Nachbesprechung Ein wichtiger Aspekt in unserem Verfahren ergab sich nach Beendigung des Versuchs.

Es war 63 nur das widerspenstige Verhalten des Schülers, durch das der Versuchsleiter nicht völlig zufriedengestellt werden konnte. Auf dem Fragebogen, den Mr. Batta uns mehrere Monate später einsandte, teilte er mit, daß er die Instruktionen des Versuchsleiters bis zu Ende befolgt habe, daß er vollkommen überzeugt gewesen sei, der Schüler erhalte schmerzhafte Schocks, und daß das Experiment ihn in keiner Weise beunruhigt habe. Er war der Ansicht, daß mehr derartige Experimente durchgeführt werden sollten, und beantwortete unsere Frage, ob er etwas von persönlichem Wert dabei gelernt habe, mit Ja.

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